Lehr- und Forschungsgebiet für Nanomedizin und Theranostik

 

Unser Lehr- und Forschungsgebiet

Marek Weiler arbeitet am chemischen Abzug. Urheberrecht: Peter Winandy

Nanomedikamente sind 1-100(0) nm große Trägermaterialien, die die Biodistribution und die Anreicherung am Zielort von systemisch verabreichten (Chemo-)Therapeutika verbessern sollen. Indem sie Medikamente spezifischer an pathologische Stellen bringen und verhindern, dass sie sich in potenziell gefährdetem gesundem Gewebe anreichern, können Nanomedikamente das Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und Toxizität systemischer Arzneimitteltherapien verbessern.
Die Arbeiten in der Abteilung Nanomedizin und Theranostik, die Teil des Instituts für Experimentelle Molekulare Bildgebung der RWTH Aachen ist, konzentrieren sich auf den Einsatz von Nanomedizin-Formulierungen zur Behandlung von Krebs und Entzündungserkrankungen.

In enger Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten (Utrecht, Twente, Maastricht) und Firmen in den Niederlanden, mit dem Institut für Makromolekulare Chemie an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag und mit einer Reihe von Kolleginnen und Kollegen an der RWTH Aachen University werden verschiedene Arten von Drug-Delivery-Systemen evaluiert, darunter z.B. Liposomen, Polymere und Mizellen. Diese Trägermaterialien werden mit Chemotherapeutika und mit Kortikosteroiden, sowie mit bildgebenden Mitteln beladen. Die daraus resultierenden "theranostischen" Nanomedikamente, die sowohl diagnostische als auch therapeutische Eigenschaften in einer einzigen Formulierung enthalten, gelten als nützlich für die Individualisierung und Verbesserung von Behandlungen und ermöglichen die bildgesteuerte Verabreichung von Medikamenten an Tumore, Metastasen, entzündliche Läsionen (z. B. Arthritis, Kolitis, Atherosklerose, Leber- und Nierenfibrose) und an das Gehirn.

Die Projekte der Arbeitsgruppe Nanomedizin und Theranostik werden von Prof. Twan Lammers koordiniert und in enger Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsgruppen des Instituts für Experimentelle Molekulare Bildgebung durchgeführt. Dadurch sind wir in der Lage, nahezu alle Aspekte der Nanomedizin und Drug-Delivery-Forschung abzudecken. Dazu gehören z.B. die chemischen Verfahren und die pharmazeutischen Technologien, die zur Herstellung, Beladung und Markierung von Nanomedikamenten notwendig sind, der Einsatz modernster in vivo und ex vivo Bildgebungstechniken und der Zugang zu fortgeschrittenen Tiermodellen.
Darüber hinaus profitieren die Arbeiten in unserer Gruppe von der gemeinsamen Intention der PIs des Instituts, die zugrundeliegenden Mechanismen von Krebs- und Entzündungserkrankungen tiefgreifend zu verstehen, z.B. in Bezug auf Angiogenese, Entzündung, Makrophageninfiltration und Makrophagenpolarisation.
Als etwas kleinere Nebenprojekte arbeiten wir auch an Multi-Drug-Resistenz, an Sonoporation, an Nanotoxizitätstests und an theranostischem Tissue Engineering.
Unsere Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vom Europäischen Forschungsrat (ERC) und von der Europäischen Kommission (EC) unterstützt. Darüber hinaus ist es mehreren Gruppenmitgliedern gelungen, eigene interne Mittel (RWTH) oder individuelle Stipendien, z.B. vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), einzuwerben.